Lebensgeschichten

„Was ist dein Lebenstraum? Was möchtest du in deinem Leben erreichen?“ Mit dieser Frage konfrontierte Pete Ionian von der Initiative „freigeist arbogast“ 70 Jugendliche beim Jugendworkshop „Lebensgeschichten“ am 30. März in St. Arbogast.

Vielfältig und bunt waren die Antworten der Maturant*innen aus der HLW Rankweil und des Gymnasiums Mehrerau darauf: Fußballprofi – keine Ahnung – eine Familie gründen – ein sicherer Job – glücklich sein – viel reisen – mit Menschen arbeiten – genug Geld haben – erfolgreich sein …

Aber wie kommt man zu guten Entscheidungen, die zu diesen Zielen führen? Dazu gab Profisegler Benjamin Bildstein aus Wolfurt, Olympiateilnehmer 2021 in Tokio, praktische Tipps und Einblicke in das Leben eines Spitzensportlers. Er entführte zu rasanten akrobatischen Segel-Wettfahrten mit vielen sportlichen Erfolgen: Gesamtweltcup Sieger, Weltrangliste Rang 1, Weltmeisterschaft Rang 3, Staatsmeister u.v.m.. Erfolge setzen harte Arbeit voraus und es braucht ein eingespieltes Team.

Und doch geht es nie ab ohne Niederlagen, Unfälle, Verletzungen und Enttäuschungen, erzählte er auch von den Tiefpunkten seiner Karriere. Dann wieder aufstehen und nach einer verbockten Regatta „jetzt erst recht!“ sagen, sei entscheidend. Mit Hilfe von anderen und viel Einsatz kann es wieder aufwärts gehen, so Benjamin Bildstein. Aber aufstehen, wenn man im Loch ist, muss man selbst.

Globale Ungerechtigkeit verringern

Weil er bei den Fahrten zu den Regatten in aller Welt auch immer wieder das Auseinanderklaffen zwischen Arm und Reich oder auch unvorstellbare Umweltverschmutzung aus nächster Nähe miterlebt hat, setzt sich Bildstein auch dafür ein, gegenzusteuern – als Werbeträger und Unterstützer der Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit oder auch durch Umweltinitiativen.

Diesen Blick über den europäischen Gartenzaun hinaus vertiefte Julia Baumgartner. Nach einem Masterstudium Geographie, globaler Wandel und regionale Nachhaltigkeit ist sie bei Oikocredit für die Mitglieder- und Veranstaltungsbetreuung in Westösterreich zuständig.

Ungefähr 1,7 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen, haben kein Bankkonto, sind nicht „kreditwürdig“. Ihnen mit Wertschätzung auf Augenhöhe durch Mikrokredite zu helfen, um selbstbestimmt aus der Armut zu kommen ist seit 47 Jahren das Ziel von Oikocredit. Vor allem geht es darum, nachhaltige Entwicklung zu fördern, Frauen zu stärken, die Umwelt zu schützen und den Wohlstand gerechter zu verteilen. Darum investiert Oikocredit zum Beispiel in Genossenschaften in der nachhaltigen Landwirtschaft, im Bereich erneuerbare Energien und in Mikrofinanzinstitute in Afrika, Asien und Lateinamerika.


Was habe ich mitgenommen?

Die Antworten auf diese Schlussfrage an die Schüler*innen nach einem packenden Vormittag sprechen für sich und verheißen Gutes: Nicht aufgeben – für seine Ziele zu kämpfen – für Arme etwas tun – hinschauen, wo man sein Geld investiert – man kann trotz Rückschlägen viel erreichen – immer wieder aufstehen – nicht nur an sich selbst, auch an andere denken – man kann das Leben durch kleine Entscheidungen beeinflussen – Willenskraft – an meine Ziele glauben und dran bleiben – seine Hoffnung nicht verlieren – auch Rückschläge können stärken – sich selber vertrauen… Auch Benjamin Bildstein bestärkte die Jugendlichen darin: „Glaubt an euch, es steckt viel in euch!“

Text & Fotos: Reinhard Maier / Oikocredit