Zwischen Clickworking und Zuwendung

Die PRO CON, die von freigeist arbogast und der Jungen Kirche Vorarlberg veranstaltet wird, fand zum zweiten Mal statt und gibt jungen Menschen die Möglichkeit, an einem Tag konzentriert und aus vielen Perspektiven über ein Thema nachzudenken.

2019 war das Thema der PRO CON die Zukunft der Arbeit und der Gesellschaft: Werden in Zukunft Roboter unsere Arbeit übernehmen? Wird uns die digitale Arbeit bestimmen oder haben wir mehr Freizeit und daher mehr Freiheiten? Darüber diskutierten die Jugendlichen von 16 bis 26 Jahren mit unterschiedlichsten Expert/innen. Sie hatten die Möglichkeit aus 21 Workshops und Inputs auszuwählen, deren Inhalte von der angewandten Konsensforschung, über IT hautnah erleben bis zu Clickworking reichte.

Roboter ohne Einfühlungsvermögen

Im Eingangsstatement zeichnete Prof. David Stadelmann von der Universität Bayreuth ein positives Bild der zukünftigen Arbeitswelt: „Immer mehr Roboter werden die menschliche Arbeit ersetzen und zu unserem Wohlstand beitragen. Der Dienstleistungssektor wird weiter zunehmen und dort wird es auch genügend Arbeit geben, denn Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen und Sensibilität seien durch keinen Roboter zu ersetzen.“

Bischof Benno Elbs schlug in dieselbe Kerbe: „Das wichtigste Lebensmittel ist die Zuwendung. Dazugehören dürfen und zeigen, was man kann sind große Bedürfnisse von Menschen. Ich wünsche mir ein Leben, in der Menschen eine sinnvolle Aufgabe haben.“ Die Gefahren der Digitalisierung sieht Elbs in der Möglichkeit der lückenlosen Überwachung. „Die menschliche Seele hat eine andere Logik als Computer. Stille und Erholung sind daher wichtig, wenn wir die menschliche Arbeit anschauen.“

Hard facts und Humanismus

In den insgesamt neun Workshops wurden sowohl Hard Facts wie zum Beispiel die Möglichkeiten moderner IT-Interaktionsgeräte mit humanistischen Fragestellungen (Was bedeutet gute Arbeit für uns?) gemischt. Der Anforderung nach immer effizienterem Arbeiten und Kapazitätssteigerung steht dabei im Widerspruch zum Wunsch nach mehr Stille, mehr Freizeit und selbstbestimmtem Leben.

In filmischer Hinsicht wurde anhand von Science Fiction Filmen die Arbeitswelt beleuchtet. Vor allem der Aspekt, welche technischen Visionen bereits Realität sind und wie diese die Zukunft beeinflussen können, waren die Diskussionspunkte dieses Workshops.
Anpassen an technischen Fortschritt?

Markus Härtl von der Zukunftswerkstatt BGE-Rheintal brachte am Nachmittag die spannenden Frage des Grundeinkommens ins Spiel und warum dieses System etwas mit Gerechtigkeit zu tun hat.

Am Nachmittag gab es 10 verschiedene Impulse zur Auswahl: Von Konsensdemokratie und Nachhaltigkeit in Unternehmen bis hin zur Frage, was Menschen in Phasen des Wandels stärkt. Beim Impuls von Andreas Pichler (BIFO) zum Beispiel ging es um die Fragestellung, wo man als Jugendlicher hin will. Welche Fähigkeiten sind bereits in mir, die ich für die Zukunft brauchen kann. Und wie kann ich sie am besten einsetzen? Soziale Fähigkeiten, Kreativität und Resilienz werden neben der Anpassung an den technischen Fortschritt entscheidend für den Job er Zukunft sein. Zum Abschluss spielte die Band DuoLia und lud zum gemütlichen Verweilen ein.

Daniel Ongaretto-Furxer